Vergleich: Microsoft Surface Pro 3 vs. Lenovo ThinkPad Yoga im Praxis-Test

Ich bin in der glücklichen Situation, beide Geräte, sowohl das Microsoft Surface Pro 3 als auch das Lenovo ThinkPad Yoga, im Einsatz zu haben. Ich möchte beide Geräte aus meiner persönlichen Sichtweise heraus miteinander vergleichen. Es geht hier in keiner Weise um Benchmark Vergleiche oder irgendwelche Geschwindigkeitsvorteile der einzelnen Geräte. Für meine Bedürfnisse ist die Performance beider Geräte und auch schon die ihrer Vorgänger absolut ausreichend.

Mein Einsatzszenario

Ich setze beide Geräte sowohl als Notebook als auch als Tablet ein. Beides in beiden Fällen sowohl mit Stifteingabe, Touchscreen und auch klassisch über Maus und Tastatur.
Mir kommt es auf die Nutzbarkeit, oder wie man heute sagt: Auf die Usability, an.

Die Abmessungen

Beide Geräte sind wirklich dünn. Das Lenovo ThinkPad Yoga hat wirklich tolle Ultrabook Maße und macht optisch einen tollen Eindruck.
Das Microsoft Surface Pro 3 ist mit seiner Touch Tastatur noch ein paar Millimeter dünner als das ThinkPad.


So richtig deutlich fällt der Vergleich dann natürlich im Tablet Modus aus. Während man die Tastatur des Yoga umklappen kann, ist sie beim Surface 3 wie gewohnt abnehmbar. Das Ergebnis ist in diesem Vergleich wirklich deutlich. Mein erster Eindruck beim Auspacken des Surface Pro 3 war einfach nur: „Woooooow. Krass!“ Das Gerät ist wirklich super dünn. Kaum zu glauben, dass es sich dabei um ein vollwertiges Notebook handelt.


Die Stifte

Auf dem folgenden Bild sind vier Tablet Stifte zu sehen. Von oben nach unten: Lenovo ThinkPad Yoga, Lenovo ThinkPad x230 Tablet, Microsoft Surface Pro 3, Microsoft Surface Pro 1 und 2. Die drei hier dargestellten schwarzen Stifte sind alle untereinander kompatibel. Einzig das Microsoft Surface Pro 3 verwendet einen inkompatiblen Digitizer. Dieser ist auch der einzige, der über eine Batterie im Inneren verfügt. Zusätzlich zur reinen Digitizer Stift Funktion wird der Stift des Surface Pro 3 im System als Bluetooth Gerät erkannt und verfügt über zusätzliche Funktionalität.

Beim Drücken auf den lila Knopf am Ende des silbernen Stiftes öffnet sich Microsoft OneNote; ein Doppeldruck darauf erzeugt einen Screenshot.

Beide Geräte haben aus meiner Sicht bezüglich ihrer Stifte Vor- und Nachteile:
Der Stift des Microsoft Surface Pro 3 fühlt sich absolut hochwertig an und liegt griffig in der Hand. Anders als noch beim Surface 1 oder 2 gibt es aber keinen Magneten am Stift, um diesen wie bei seinen Vorgängerversionen am Gehäuse andocken zu können. Es kommt regelmäßig vor, dass ich den Stift während des Arbeitens ablegen möchte und nicht weiß wohin damit. Das Problem hatte ich beim Vorgänger nicht. Es gibt keinen Platz am Microsoft Surface Pro 3, an dem man den Stift unterbringen oder wenigstens anbringen kann.
Der Stift des Lenovo ThinkPad Yoga ist deutlich kleiner als der des Surface und kommt mir wie eine Notlösung vor. Der Stift ist erstens zu klein und zweitens ist der „Rechtsklick“ Knopf irgendwie instabil und fühlt sich nicht so an, wie ich es von früheren Lenovo Tablets gewohnt war. Großes Plus beim Yoga ist ohne Zweifel die Tatsache, dass der Stift im Gehäuse untergebracht werden kann. Beim Arbeiten erwische ich mich allerdings regelmäßig dabei, dass ich den Stift meines Surface Pro 1 am Lenovo Yoga verwende.

Das Schreibgefühl

Hier ist meine Meinung eindeutig: Das bessere Handschrift Gefühl habe ich beim Lenovo ThinkPad Yoga. Das liegt ganz einfach daran, dass das Lenovo ThinkPad Yoga eine matte Oberfläche besitzt und das Surface Pro 3, wie schon seine Vorgänger, eine glatte Oberfläche. Das Handschriftgefühl beim Microsoft Surface Pro 3 wird, das ist meine Wahrnehmung, deutlich durch eine matte Displayschutzfolie verbessert.

Das Display Seitenverhältnis

Das Seitenverhältnis des Microsoft Surface Pro 3 war für mich persönlich das absolute Killerkriterium das dafür gesorgt hat, dass ich mir das Gerät gekauft habe. Für mich ist das Displayformat dieses Gerätes das beste eines Windows Tablets seit dem Lenovo ThinkPad x61 Tablet mit SXGA+ Auflösung. Hier die Darstellung einer Webseite mit jeweils 125% Zoomfaktor. Besonders liebe ich das Arbeiten mit dem neuen Format im Hochkant Modus beim Halten von Schulungen welche auf Papierunterlagen basieren.

links: Yoga
rechts: Surface 3

Die Tastatur

Die Tastatur des Microsoft Surface Pro 3 ist wirklich gut. Meiner Meinung nach sogar extrem gut. Das etwas größere Format im Vergleich zu seinen Vorgängern tut dem Gerät gut und sorgt dafür, dass man damit wirklich ordentlich arbeiten kann. Auch die Möglichkeit die Tastatur leicht nach oben klappen zu können ist klasse. Ein Arbeiten auf dem Schoß wird damit im Vergleich zu seinen Vorgängern deutlich verbessert.
Die Tastatur des Lenovo ThinkPad Yoga ist allerdings zum Arbeiten, aus meiner Sicht, von der des Surface nicht zu schlagen. Sie ist einfach eine echte Notebook Tastatur und fühlt sich auch so an. Über die „Druck-Taste“ verfügt z.B. nur die Tastatur des Yoga.

Die Scharniere und der Surface Ständer

Das Lenovo ThinkPad Yoga verfügt über eine innovative Scharnier-Variante. Man findet im Netz zahllose Bilder in denen das Yoga in „Zelt-Form“ auf dem Tisch steht. Ich selbst finde diese Funktion recht nützlich und habe sie schon genutzt.
Nicht weniger innovativ ist der Ständer des Surface Pro 3. Microsoft hat diesen Ständer ja außerordentlich in der Öffentlichkeit hervorgehoben. Meiner Meinung nach zurecht. Die stufenlose Verstell Möglichkeit behebt eine der Schwächen der Vorgängermodelle.
Beide Konzepte sind wirklich klasse und verdienen aus meiner Sicht ein Lob.
ABER: Es gibt einen Punkt, bei dem das Yoga weit hinter das Surface zurück fällt. Nämlich dann, wenn ich die beiden Geräte „ganz normal“ im Notebook Modus verwende. Tippt man beim Arbeiten im Notebook Modus mit dem Finger auf das Display oder möchte gar mit dem Stift darauf zeichnen oder schreiben, so steht das Display des Surface Pro 3 wie eine Wand auf dem Tisch und gibt durch seinen speziellen Ständer keinen Millimeter nach. Das Display des Lenovo ThinkPad Yoga hingegen gibt bei jeder Berührung sehr unangenehm nach. Ohne das Display mit einer Hand festzuhalten, ist ein Schreiben mit dem Stift im klassischen Notebook Modus nur sehr ungenau möglich; aber auch das geht.

Robustheit

Das Surface Pro 3 ist, so ist mein Empfinden, das schönere und filigranere Gerät. Im Geschäftsalltag ist das aber nicht zwingend mein Focus. Beim Surface Pro 3 habe ich auf den Wegen durch die Flure der Firma oder der Kunden ständig das Bedürfnis ihm ein Mützchen über zu ziehen, damit bloß kein Kratzer dran kommt. Das sieht beim Lenovo ThinkPad Yoga ganz anders aus. Das Gehäuse wirkt robust und mutet durchaus ästhetisch an. Für mich durchaus das Gerät, das für den Business Alltag aus reinen Stabilitätsgründen etwas besser weg kommt.

Spezielles Zubehör

Etwas abseits des direkten Vergleichs, aber etwas über das ich mich extrem gefreut habe ist die Tatsache, dass der Kabellose Bluetooth Adapter Q6W-00001 der ja leider nicht mehr hergestellt wird und nur kurze Zeit für das Surface Pro 2 angeboten wurde, auch auf die größere Tastatur des Surface Pro 3 passt und tadellos funktioniert :)

Contra für beide

Ärgerlich bei beiden Geräten ist, dass sie beide nicht über ein WWAN Modul verfügen.
Was ich persönlich von einem ThinkPad, das eindeutig als Business Gerät auftritt, erwartet hätte, wäre die Möglichkeit den Akku wechseln zu können. In diesem Punkt ist das Yoga leider ein echtes Tablet geworden.

Mein Fazit dieses subjektiven Tests des Vergleiches der beiden Geräte

Beide Geräte sind toll. Im Alltag, wenn ich mobil zwischen Besprechungen unterwegs sein muss, nutze ich wirklich sehr gerne mein Lenovo ThinkPad Yoga.
Mein Microsoft Surface Pro 3 begeistert unterdessen alle meine Kollegen die das Gerät gesehen haben. Das Tablet ist so unfassbar flach und leicht. – Ja es kann ein Notebook ersetzen.

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4 Gedanken zu „Vergleich: Microsoft Surface Pro 3 vs. Lenovo ThinkPad Yoga im Praxis-Test“

  1. DANKE für den Vergleich dieser beiden wirklich ansprechenden Modelle. Benchmarks zu vergleichen ist einfach aber hier kommt die usability im Alltag gut rüber!

  2. Mich würde noch mehr interessieren wie der Service im Vergleich ist, wenn man die Geräte direkt beim Herstellershop kauft.
    Was passiert, wenn z.B. der Akku während der ersten 4 Wochen nach Kauf seinen Geist aufgibt.
    (a) Wie lange dauert dann die Gesamtreparatur (Postverkehr+Reparaturzeit)
    (b) Wird ein Ersatzgerät (zur Überbrückung der Reaparaturzeit) angeboten oder muß es erst eingeklagt werden.

    Mit freundlichen Grüßen

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